Arabisch stricken

Die Zeit vergeht, und Weihnachten naht mit Riesenschritten.

Viel zum Bloggen bin ich nicht gekommen, und das lag unter anderem daran, dass ich mir einen Poncho gestrickt habe - wider besseren Wissens, denn so weite, unförmige Sachen passen mir meistens nicht. War auch hier der Fall, das fertige Ding wurde von meiner Tochter wie folgt kommentiert: "Mama, das ziehst Du aber nur an, wenn wir alleine sind, oder? Das sieht aus wie ein Kartoffelsack. Ein rosa Kartoffelsack. Wenn Du es unten zunähst kannst Du Erdäpfel reingeben."

Naja. Aber es gibt auch erfreulicheres zu berichten. Ich war  wieder in der Flüchtlingsunterkunft am Wiener Europaplatz tätig und hatte diesmal einen Vorrat an Wollresten und Stricknadeln im Gepäck. Danke an die edlen Spender an dieser Stelle, und auch mein Stash ist geschrumpft. Was ich dabei gelernt habe: Im arabischen Raum wird gestrickt wie in "Good Old Britain", dh der Faden liegt in der rechten Hand und wird um die Nadel herumgeworfen.

War faszinierend zu sehen, wie schnell die Syrerinnen und Irakerinnen mit dieser Methode sind, und das Endergebnis sieht natürlich genau gleich aus wie bei uns.


Wenn ich so arbeite dauert es eine halbe Ewigkeit. Ich überlege jetzt die ganze Zeit, wie ich das für Fair-Isle-Stricken anwenden könnte, irgendwie müsste das ganz gut gehen, eine Farbe links, eine rechts in der Hand...

Die jüngeren der Flüchtlingsdamen verwenden übrigens auch schon unsere kontinentale Strickmethode ... woran das wohl liegt? Vielleicht schon hier in der Schule gelernt?


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